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Montag, 22. September 2008

Nobelpreisträgerin fordert Unterstützung für Grüne Gentechnik


(sc) Zur Eröffnung der 125. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) sprach die deutsche Nobelpreisträgerin und Biologin Prof. Christiane Nüsslein-Volhard.

Ein Originalauszug aus der Pressemitteilung zur Eröffnungsveranstaltung der GDNÄ:

Tübingen – Für eine Unterstützung der Grünen Gentechnik und eine Lockerung des Gentechnik-Gesetzes hat sich die einzige deutsche Nobelpreisträgerin, die Tübinger Biologin Prof. Christiane Nüsslein-Volhard, eingesetzt. Bei der Eröffnung der 125. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) betonte die Wissenschaftlerin, die Forschung werde in Deutschland so stark behindert, dass die Nutzung dieser leistungsfähigen Verfahren, die maßgeblich in deutschen Forschungslabors entstanden sind, heute fast gänzlich anderswo in der Welt stattfinde. In Deutschland dagegen werde die regelmäßige Zerstörung von genehmigten Versuchen auf den Feldern von Behörden und Politikern ungestraft hingenommen, die Bemühungen der Forscher um eigene moderne Züchtungen weitgehend blockiert.
Dabei biete die Grüne Gentechnik gerade für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur bedeutende Perspektiven: „Tonnen von Insektengiften lassen sich durch den Anbau von passenden, gentechnisch veränderten Pflanzensorten einsparen“, betonte Professor Nüsslein-Volhard. „Das wäre auch ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt.“ Auch könnte durch neue, an extremes Klima und schwierigen Boden angepasste Sorten die Basis für höhere Ernteerträge und für eine sichere Ernährung der Weltbevölkerung geschaffen werden. „Das geht so weit, dass bisher intensiv genutzte Flächen wieder für eine naturnahe Bewirtschaftung oder für die Renaturierung frei werden könnten", betonte die Forscherin.
[…]
In ihrer Eröffnungsrede des Kongresses warnte Prof. Nüsslein-Volhard, die Situation um die Grüne Gentechnik erinnere fatal an die Auseinandersetzungen um die Medizinische Gentechnik in den achtziger Jahren. Zwei deutsche Forscher hätten damals in USA den wissenschaftlichen Durchbruch erzielt, die menschlichen Gene für Insulin und Wachstumshormon zu isolieren. Trotz der heute allgemein akzeptierten Vorteile von gentechnischen Präparaten, wurde aber in Deutschland Insulin erst 14 Jahre nach dem Produktionsbeginn in den USA hergestellt. „Statt aus unseren Fehlern zu lernen, sind wir gerade dabei, sie bei der Grünen Gentechnik zu wiederholen“, sagte die Nobelpreisträgerin. Die Forschung sei verpflichtet, sich aktiv für die Nutzung wertvoller Forschungsergebnisse einsetzen: „Wir als Wissenschaftler haben die Verpflichtung und Verantwortung, auf die anstehenden Probleme und mögliche Lösungen aufmerksam zu machen und gegebenenfalls mit Nachdruck Maßnahmen anzumahnen.“

Weitere Informationen zu Inhalten und Ablauf der Tagung, die heute endet, finden Sie unter www.gdnae.de.



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